GRANSHAN 2012: Schriftwettbewerb für nicht-lateinische Schriften

Noch bis zum 21. Mai 2012 läuft die Einreichungsfrist für GRANSHAN 2012, den 5. Internationalen Wettbewerb für nicht-lateinische Schriften unter der Schirmherrschaft des Kultusministeriums der Republik Armenien und der Typographischen Gesellschaft München (tgm).

Mit dem 2008 initiierten Wettbewerb GRANSHAN wird die Bedeutung von Schrift als integraler Bestandteil von Kultur hervorgehoben und ein besonderes Augenmerk auf die in Zeiten der Globalisierung häufig weniger beachteten nicht-westlichen Schriftsysteme gelegt.

Erstmals können in diesem Jahr auch die beiden Schriftsprachen »Indisch« und »Arabisch« eingereicht werden, die die bisherigen Kategorien »Armenisch«, »Kyrillisch« und »Griechisch« erweitern. Anlässlich des im Jahr 2012 von der Republik Armenien begangenen Jubiläums »500 Jahre armenisches Buch« werden diesmal auch lateinische Alphabete zum Wettbewerb zugelassen. Damit soll der vielfältigen Vernetzung des armenischen Schrift- und Buchschaffens Ausdruck verliehen werden: Das erste armenische Buch wurde 1512 in Venedig gedruckt. Armenien war damit unter den ersten Staaten, die Gutenbergs revolutionäre Technik nutzten.

Um möglichst vielen Schriftgestaltenden und Typefoundries die Teilnahme im Jubiläumsjahr zu ermöglichen, wird darüber hinaus die Einreichungsmöglichkeit auf Schriften ausgedehnt, die in den letzten zehn Jahren veröffentlicht wurden.

Der Wettbewerb findet seit 2010 in Kooperation mit der tgm statt. Die Jurierung des Wettbewerbs erfolgt vom 14. bis 16. Juni 2012 in Jerewan, der diesjährigen UNESCO-Welthauptstadt des Buches, während einer Fachtagung zu nicht-lateinischen Alphabetsystemen. Die prämierten Schriften werden anschließend
u. a. in Jerewan, München und Hongkong ausgestellt.

ip_tgm