»DINGE. schlicht & einfach« im MAK

In einer außergewöhnlichen Herangehensweise erforscht die MAK-Ausstellung »DINGE. schlicht & einfach« das Ideal der Einfachheit epochen- und kulturübergreifend als ein prägendes und bedeutendes Element der Stilgeschichte. Die breit angelegte Sammlungsausstellung, die ab 13. Juni 2012 im MAK Wien zu sehen ist, beschäftigt sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Prinzip der Reduktion.

»DINGE. schlicht & einfach« vereint drei parallel laufende Themenausstellungen: Kuratiert von drei SammlungsleiterInnen des MAK, spürt die Ausstellung der Ästhetik der Einfachheit sowohl in der europäischen als auch in der asiatischen Kunstgeschichte nach. Eindrucksvoll belegen die gezeigten Exponate, wie Reduktion über die Jahrhunderte in nahezu periodischen Wellen immer wieder stilgebend ist. Während Einfachheit in der Aufarbeitung des Möbeldesigns vor allem als gestalterisches Problem der Moderne untersucht wird, konzentriert sich der Ausstellungsteil zur Schlichtheit von alltäglichen Dingen auf die Gegenpole der Funktionalität im Gebrauch sowie der Mäßigung im Luxus. Die Erforschung der asiatischen Kunstgeschichte setzt Einfachheit in Relation zu Lebensart und Weltanschauung und gleichzeitig zu europäischen Tendenzen.

Der Streifzug durch die einfache Möbelgestaltung vom Biedermeier über Möbel des frühen 20. Jahrhunderts und der Zwischenkriegszeit bis zu heutigen Positionen stellt im Ausstellungsteil »Einfache Möbel« die Fülle der Assoziationsfelder des Ideals der Einfachheit zur Schau. Kurator: Sebastian Hackenschmidt, MAK-Kustode Möbel und Holzarbeiten

Exponate aus Keramik, edlem und unedlem Metall, Glas und Textil skizzieren im Ausstellungsteil »Schlicht im Gebrauch / Einfach im Luxus« die Entwicklung der Schlichtheit im Gebrauchsgegenstand vom 15. Jahrhundert bis heute. An den Dingen des Alltags wird die der Einfachheit innewohnende Dichotomie zwischen Kargheit und Luxus besonders evident. Kuratorin: Elisabeth Schmuttermeier, MAK-Kustodin Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv

»Einfachheit: der ostasiatische Weg«: Lange Zeit war Europa vom Dekor- und Formenreichtum asiatischer Kulturen fasziniert; der ästhetische Gestaltungswille der neu importierten schlichten Dinge aus China, Japan und Korea regte in Europa ebenso zur Nachahmung an. Mit ausgewählten Objekten verfolgt dieser Ausstellungsteil ostasiatische Gestaltungsprinzipien durch die Jahrhunderte. Kurator: Johannes Wieninger, MAK-Kustode Asien

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Sitzbank, Entwurf: Donald Judd, Ausführung: Marfa, Texas

Peter Skubic, Ring, Wien Vienna 1974. Fotos: © MAK/Georg Mayer

DINGE. schlicht & einfach

13. Juni 2012, MAK-Ausstellungshalle
Weiskirchnerstraße 3,
1010 Wien

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Weiterführende Informationen

www.mak.at