Josef Hoffmann / Stanislav Kolíbal: Fläche – Linie – Raum

Mit einer konzentrierten Auswahl von Arbeiten des tschechischen Bildhauers Stanislav Kolíbal (* 1925 in Orlová, CZ) setzen das MAK und die Mährische Galerie Brno die Konfrontation zeitgenössischer Künstlerpositionen mit der Arbeit des berühmten österreichischen Architekten und Designers Josef Hoffmann im Josef Hoffmann Museum, Brtnice, ab 3. Juni 2012 fort.

Kolíbal, einer der führenden Vertreter der tschechischen konzeptuellen Kunst, zeigt in Josef Hoffmann / Stanilsav Kolíbal: Fläche – Linie – Raum seine systematisch reduzierten Konstruktionen in Zeichnung, Relief und Skulptur. Die Gegen-überstellung der Arbeiten Hoffmanns und Kolíbals thematisiert den jeweils individuellen Zugang der Künstler zum Problemfeld »Fläche – Linie – Raum«.

Stanislav Kolíbal hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten intensiv mit Fragen nach Dauerhaftigkeit, Stabilität und Labilität plastischer Formen beschäftigt. Mit einem breit angelegten Œuvre, changierend zwischen Zeichnung, Illustration, Bildhauerei, Architektur, Bühnenbild und Ausstellungsgestaltung, fand Kolíbal wie Hoffmann seinen Weg zum Gesamtkünstlertum. Die Kunst der abstrakten Formen und die Schaffung von Paradoxa stellen ein Hauptinteresse des Künstlers dar. Ein Koordinationsnetz aus senkrechten und waagrechten Linien, in das geometrische Strukturen eingeschrieben werden, bildet das zugrunde liegende Prinzip der Zeichnungen und Reliefs des tschechischen Bildhauers. Einem Schachspieler ähnlich, gelangt der Künstler zu immer neuen Resultaten.

Vergleichbar mit dem Verhältnis zwischen Grundriss und ausgeführtem Bauwerk, stehen die Bleistiftzeichnungen, die in der Ausstellung zu sehen sind, am Beginn der Entwicklung der dreidimensionalen Konstruktionen Kolíbals. Eine Auswahl dieser, in den vergangenen Jahren realisierten großformatigen »Bauten« aus Holz, Eisen, Stahl und Aluminium ist im Foyer und in den Sonderausstellungsräumen des Josef Hoffmann Museums zu sehen. Dieser künstlerische Zugang – die fließenden Übergänge zwischen den Grenzen von geometrisch angelegter Zeichnung (im Quadratraster) und Architekturplan – ist nicht nur in den Arbeiten Kolíbals erkennbar.

In einer dichten Präsentation zeigt die Ausstellung erstmals Ambivalenzen im Verständnis von Raumwahrnehmung und Konstruktion der beiden Künstler sowie Parallelen im gänzlich flächigen Zeichenstil auf, den sich Hoffmann in enger Zusammenarbeit mit den Handwerkern der Wiener Werkstätte aneignen konnte.

Seit 2006 wird Hoffmanns Geburtshaus in Brtnice als »Josef Hoffmann Museum« vom MAK Wien und von der Mährischen Galerie in Brno gemeinsam geführt. Das barocke Bürgerhaus wurde 1907 von Hoffmann selbst im Sinne der Wiener Werkstätte umgestaltet.

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Josef Hoffmann / Stanislav Kolíbal

05. Juni 2012, Josef Hoffmann Museum, Brtnice
náměstí Svobody 263,
58832 Brtnice, CZ

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Weiterführende Informationen

www.mak.at