Zeit(lose) Zeichen – Gegenwartskunst in Referenz zu Otto Neurath

Anlässlich des 130. Geburtstags von Otto Neurath gestalteten die Kunst-historikerin Maria Christine Holter und die Künstlerin Barbara Höller eine Ausstellung im Künstlerhaus in Wien, die noch bis 17. Februar 2013 läuft.

Eine große Auswahl von Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler verdeutlichen dabei die Aktualität von Neuraths Konzepten für gegenwärtige Kunstproduktionen und global genutzte Kommunikationswege. Der Fokus liegt auf der Vielfältigkeit der Strategien, für die Bildzeichen und -statistiken selbst-verständlich eingesetzt werden: für eine prägnante Verbildlichung einer politischen, sozialen, globalen oder auch rein individuellen Agenda. Damit versuchen die Kunstschaffenden einer Forderung von Otto Neurath zu folgen: »Der gewöhnliche Bürger sollte in der Lage sein, uneingeschränkt Informationen über alle Gegenstände zu erhalten, die ihn interessieren.«

Otto Neurath war ein österreichischer Nationalökonom, Wissenschaftstheoretiker und Arbeiter- und Volksbildner. (* 10. 12. 1882 in Wien, † 22. 12. 1945 in Oxford).
Ab 1925 wirkte er im Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Wien und arbeitete mit seinem Team systematisch an der Entwicklung einer Bildmethode, der »Wiener Methode der Bildstatistik«, die er 1934 in ISOTYPE umbenannte (für International System of Typographic Picture Education). Nach seinem Tod übernahm seine Frau Marie Neurath die Arbeit mit dem Isotype und übergab nach der Einstellung ihrer Tätigkeit 1971 das verbliebene Material des Isotype Institutes dem Fachbereich für Typografische und Grafische Kommunikation der Universität Reading. Dort wurde es als »Otto and Marie Neurath Isotype Collection« archiviert.

Zur Ausstellung, die von einem Symposium begleitet wird, gibt es eine Website, es erscheint außerdem ein Katalog. Die Ausstellungsgestaltung stammt von designaustria-Mitglied Olaf Osten, der auch mit einem Werk in der Schau vertreten ist.

Das Berliner Künstlerinnenkollektiv »Migrantas« gestaltete die Illustrationen zur Schwerpunktausgabe »Demokratie« (Wochenendausgabe Der Standard vom 19./20. 1.). Die beiden Argentinierinnen Florencia Young und Marula Di Como werden in dem Artikel »Kleine Strichmännchen zeigen grosse Gefühle« vorgestellt. Am 24. Jänner um 17 Uhr halten sie im Rahmen des Symposiums den Vortrag mit Diskussion: »Wenn Piktogramme im urbanen Raum Geschichten der Einwanderung erzählen«.

Alle ausstellenden Künstler und Künstlerinnen sowie weitere Infos sind hier zu finden.

Symposium mit öffentlichen Vorträgen am 24. und 25. Jänner 2013.

rgb

Hermann Josef Painitz, Bild der Nationalratswahl vom 10.10.1971, 1971, Acryl auf Leinwand, 100 x 200 cm, Leihgabe MUSA Wien
© Michael Wolschlager

Kollektiv Migrantas, Piktogramme im öffentlichen Raum von Köln, 2008 © Holger Deilke

Zeit(lose) Zeichen – Gegenwartskunst in Referenz zu Otto Neurath

13. Dezember 2012, Künstlerhaus
Karlsplatz 5
1010 Wien

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Weiterführende Informationen

www.k-haus.at