Nomadic Furniture 3.0 – Neues befreites Wohnen im MAK

Die Kultur des Selbermachens ist nahezu allgegenwärtig: Ob Mode, Möbel, Kulinarik oder Kommunikation – es gibt kaum einen Bereich des täglichen Lebens, der von der »Do-it-yourself«-Revolution nicht erfasst worden wäre. Mit Fokus auf den Bereich des Möbeldesigns untersucht die Ausstellung »Nomadic Furniture 3.0. Neues befreites Wohnen« diese Bewegung erstmals auch im historischen Kontext:

Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt der Möbelselbstbau als Lösungsansatz für eine sozial engagierte, seit Ende der 1960er Jahre auch ökologisch nachhaltige Gestaltung. Die Involvierung der EndverbraucherInnen in das Gestalten und Produzieren impliziert die Kritik am Massenkonsum und an der drohenden Ressourcenknappheit, die Befreiung von Konsumzwang und Gestaltungsnormen und nicht zuletzt die Demokratisierung und Dezentralisierung der automatisierten Massenproduktion und das Streben nach Nachhaltigkeit.

Die Ausstelung bietet einen umfassenden Überblick über die zeitgenössische DIY-Möbelkultur und macht mit zahlreichen historischen Bezügen und Beispielen
die Entwicklungsgeschichte der DIY-Bewegung von ersten Ansätzen zu Beginn
des 20. Jahrhunderts bis zur Web-2.0-Kultur deutlich. Bis heute bieten die Handbücher Nomadic Furniture 1 und 2 von Victor Papanek und James Hennessey einem jungen und kreativen Publikum konkrete Anleitungen für den Bau einfacher und billiger Möbel und stellen wertvolle Referenzen dar.

Eine der ersten einschlägigen Schriften im deutschen Sprachraum war die Reihe Wie baue ich mir selbst …? (Verlag Beyer, Leipzig), die Anleitungen zum Selberbauen für Möbel und Objekte bot. Gesellschaftskritische und antikapitalis-tische Werthaltungen spielten beim Gedanken der autonomen Produktion in der Punk- und Hippiebewegung eine zentrale Rolle. Neue Kommunikations- und Beteiligungsmöglichkeiten von Internet und Web 2.0 lösten im vergangenen Jahrzehnt einen neuen Hype der DIY-Kultur aus. DIY-Portale, -Communities und -Blogs boomen; neueste Entwicklungen, wie die in Großstädten entstehenden Fab Labs, offen zugängliche Werkstätten mit High-Tech-Geräten, heben die handwerkliche Selbstverwirklichung auf eine neue professionelle und wirtschaftliche Ebene. Die Ausstellungsgestaltung von raumlaborberlin entwickelt sich aus Selbstbaustrukturen und bietet Freiraum etwa für eine Werkstatt. Das Designduo chmara.rosinke (Maciej Chmara und Ania Rosinke) ergänzt das Ausstellungsteam und erarbeitet Kommentare zu den Entwürfen.

ab 11. Juni 2013 im MAK, mehr: www.mak.at

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João Silva, Paola de Francesco, »MAK-Table«, 2009. Ausführung: Recession Design © MAK/Georg Mayer

Nomadic Furniture 3.0 im MAK

12. Juni 2013, MAK-Ausstellungshalle
MAK,
Weiskirchnerstraße 3,
1010 Wien

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Weiterführende Informationen

www.mak.at