»Design ist Emotion! Auch zwischen Entwickler und Kunde.« Andreas Felzmann

Short Summary zum Talk »Was ist gutes Design?« initiiert vom »Felzmann» im Rahmen der Wohnen & Interieur Messe 2016. Mit Daniel Huber/Spirit Design, Andreas Felzmann, Marcus Bruckmann/Angewandte.

Wesentlich für die Entstehung von gutem Design sei die gute Chemie zwischen Kunden und Entwickler, da waren sich alle Diskutanten einig: Design im Handwerk versus Design in der Industrie lautete das Motto der Diskussion im Rahmen der Wohnen & Interieur Messe 2016 in Wien zwischen dem Tischlermeister und Master of Design Andreas Felzmann und Daniel Huber, Mitbegründer und Managing Partner von Spirit Design und Mag. Art Marcus Bruckmann, von der Universität für angewandte Kunst Wien.

Emotion bestimmt die Qualität. Handwerker kann auch Designer sein!

Während Felzmann ein Designer ist, der aus dem Handwerk kommt, nahm Daniel Huber als Repräsentant eines der führenden Designunternehmen im deutschsprachigen Raum die Perspektive aus der Industrie ein, Bruckmann ergänzte aus Sicht des Lehrenden. Das Thema Nachhaltigkeit wurde mehrfach angesprochen. Bruckmann dazu: »wenn wir Produkte entwickeln, die in zwei Jahren wieder entsorgt werden, haben wir was falsch gemacht.« Felzmann dazu: »Jeder der ein Produkt entwickelt, hat den Auftrag, das Leben der Konsument zu verbessern«; und weiter »gutes Design sollte es schaffen, eine hohe emotionale Bindung an das Produkt zu erzeugen, um damit die Produktlebensdauer bzw. Nutzungsdauer zu verlängern.«

Individualität ist trotz industrieller Fertigung gefragt – man muss sich jedoch zeitgemäß präsentieren und kreativ sein!

Die Frage nach der Entstehung von gutem Design führe von der Marktforschung über die zu erreichenden Kunden über einen strategischen Prozess bis hin zur Inspiration, so Huber. Ausgangspunkt seien im handwerklichen als auch industriellen Design in der Regel Hartfacts wie Funktionen und der tatsächliche Bedarf. In der individuellen Möbelentwicklung sind das vorhandene Umfeld, Lebensgewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen einzubeziehen, so Felzmann. Der Kunde bzw. der Benutzer müsse immer im Fokus stehen.

Die persönliche Übereinstimmung mit dem Kunden ist wesentlich für den gelungenen Designprozess.

Es geht um Emotionen, die man nicht erfährt, wenn die Chemie mit dem Kunden nicht passt, erklärt Felzmann. Er schätzte, dass bei der Kundenentscheidung für einen Designer 70% die persönliche Sympathie ausmachen, nur ca. 30% vorhandene Referenzen. Die Frage, ob Individualität in Zeiten der Massenproduktion in hochindustrialisierten Ländern überhaupt ein Thema sei, wurde bejaht und auf Beispiele von Tatoos über Kleidung, bis hin zur Schaffung weiterer Identitäten im digitalen Raum verwiesen. In der Möbelbranche, so Felzmann, ist wahr zu nehmen, dass vermehrt bei exklusiven Einzelstücken besonders Wert auf Individualität gelegt wird.

www.felzmann.com
www.spiritdesign.com
www.dieangewandte.at/design

da_tk

Fotos: Felzmann/Roland Unger

Foto: Felzmann/Roland Unger