Industriemöbel – Prototypen der Moderne

Bis heute werden in Fabriken und Industrieanlagen vielfach Möbel verwendet, die von den Arbeitern und Mechanikern im Eigenbau für bestimmte Zwecke und Tätigkeiten angefertigt und ganz speziellen Produktionsabläufen angepasst wurden. In ihrer strengen Funktionalität unterscheiden sich diese einfachen und zweckdienlichen, meist aus Eisenplatten, Metallblechen, Stahlrohren und Holzbrettern zusammengeschraubten oder -geschweißten »Industriemöbel« deutlich von der gleichförmig-glatten Ästhetik gegenwärtiger Designermöbel.

Seit den 1970er Jahren – seit Ende des klassischen Industrie- und Maschinenzeitalters – kommen Industriemöbel vermehrt auch im Bereich des privaten Wohnens zum Einsatz, vor allem bei der Ausstattung von Lofts und großstädtischen Apartments. Aber obwohl diese Möbel inzwischen längst von Liebhabern – darunter häufig Künstler, Designer und Architekten – geschätzt und gesammelt werden und zum Teil hohe Preise erzielen, stellen sie ein bislang völlig vernachlässigtes Phänomen der Kunst- und Designgeschichte dar. Anhand von Arbeitstischen, Industriehockern, Spinden und Werkzeugschränken aus österreichischen Fabriken sowie einigen internationalen Vergleichsbeispielen präsentiert die Ausstellung erstmals Möbelobjekte, die nicht nur die Arbeitsspuren und Patina des vergangenen Industriezeitalters aufweisen, sondern auch als Inbegriff funktionaler Gestaltung gelten können.

25. Mai bis 30. Oktober 2011 in der MAK-Studiensammlung Möbel,
Museum für Angewandte Kunst, Stubenring 5, 1010 Wien

Kurator: Sebastian Hackenschmidt, MAK-Kustode Möbel und Holzarbeiten

Öffnungszeiten
Di 10–24 Uhr
Mi–So 10–18 Uhr
Mo geschlossen

www.mak.at

Über die Ausstellung erschien ein Artikel in Der Standard vom 25. 5. 2011.

Ein Spind aus der Wiener Kromus-Fabrik (um 1930)

Katalog zur Ausstellung

Industriemöbel – Prototypen der Moderne

05. Mai 2011, MAK-Studiensammlung Möbel
Museum für Angewandte Kunst
Stubenring 5, 1010 Wien

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Weiterführende Informationen

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