Open Innovation lässt Designer zusammenrücken

In der neuesten Ausgabe der designaustria-Mitteilungen 3_11 erscheint ein ausführlicher Artikel, der über eine Umfrage von Damian Bonholzer (Studiengang Design & Produktmanagement der FH Salzburg) zum Thema »Open Innovation« als eine neue Form der Wertschöpfung berichtet.
Die Umfrage wurde gemeinsam mit designaustria durchgeführt.

Wir bringen hier nur einen kurzen Ausschnitt – Interessierte können Details
im Heft nachlesen.

»Hier wird der Kunde immer mehr in die Lage versetzt, selbst zum Co-Designer zu werden«, erläutert FH-Professor und Spezialist Dominik Walcher, unter dessen Ägide diese Studie entstand. »Was bislang noch nicht wirklich untersucht wurde ist, wie eigentlich Professionalisten diesen Prozess beurteilen – sehen sie das als große Gefahr für ihren Beruf oder als Bereicherung.« In der Psychologie gibt es einen sogenannten »Ingroup-/Outgroup-Bias«, d. h., alles was in der Ingroup passiert, ist gut, was von außen kommt, schlecht: »Wir wollten feststellen, ob es dieses Phänomen auch bei designaustria gibt«, so Walcher. (…)

Für die Umfrage wurden vier Produkte getestet: Ein bedrucktes T-Shirt, eine innovative Stiftebox, einen Stuhl sowie einen bedruckten Smart. (…) Abgefragt wurden dabei das »Liking«, also ob das Produkt gefällt oder nicht, sowie die Professionalität des Designs auf einer Skala von eins (gefällt nicht/ist nicht professionell gestaltet) bis fünf (gefällt sehr/ist sehr professionell gestaltet). (…)

Ingroup anstelle von Konkurrenz
Am Ende wurden die TeilnehmerInnen noch zu ihrer Meinung bezüglich des Trends »Kunde als Co-Designer« befragt. Dabei lässt sich insgesamt eine leicht negative Einstellung gegenüber dieser Entwicklung feststellen. Aussagen wie »Mit diesem Trend bin ich sehr einverstanden«, »Es sollten mehr Initiativen diesem Trend folgen« oder »Ich würde diesen Trend aktiv vorantreiben« stimmten die befragten DA-Mitglieder kaum zu. Diese Einschätzung lässt erkennen, dass die DesignerInnen diesen Trend eher als Gefahr sehen.

»Das Interessante bei dieser Studie ist, dass die Designer untereinander eigentlich im Wettbewerb stehen«, erläutert der Leiter der Studie die Ergebnisse. Es sei beobachtbar, dass innerhalb der Designerschaft aufgrund eines sehr umkämpften Marktes durchaus Konkurrenzdenken herrsche. »Aber: Wenn eine Gefahr von außen droht – dass im konkreten Fall der Kunde plötzlich auch zum Designer wird –, dann sehen sie sich doch als Ingroup und finden die Produkte ihrer Kollegen professioneller und bewerten sie höher als Community-gestaltete Produkte«, so Walcher. (…) Insgesamt lässt sich bei der Studie ein eindeutiger Ingroup-/ Outgroup-Bias feststellen.

ip_Martina Sperling

Die vier Produkte der Umfrage