»Allerhand!« – Fächer und Handschuhe im MAK

Bis ins 20. Jahrhundert durften prachtvolle Fächer und Handschuhe als unverzichtbares Accessoire in der Garderobe der europäischen Dame nicht fehlen. Heute fristet der Fächer in Europa ein Nischendasein, Handschuhe haben an dekorativem Wert eingebüßt. Die Ausstellung »Allerhand!« stellt ab November diese heutzutage ein wenig vernachlässigten Accessoires ins Rampenlicht und präsentiert mit einer Auswahl von 70 Exponaten einen Streifzug durch Fächer- und Handschuhdesign aus mehreren Jahrhunderten.

Breiter Raum wird Fächern aus Ostasien gewidmet, wo Fächer über Jahrhunderte nicht nur Teil der höfischen Etikette, sondern auch der Alltagskultur waren, und noch heute als Requisit bei traditionellen Tänzen dienen. In Japan werden Fächer nach wie vor im Alltag verwendet. Neben bemalten, unmontierten Fächerblättern und Fächern aus China, wie beispielsweise ein runder chinesischer Lackfächer aus dem 19. Jahrhundert, zeigt die Schau als besonderes Exponat einen japanischen Paravent, der mit bereits getragenen, recycelten Fächerblättern dekoriert ist.

Die modische und gesellschaftliche Bedeutung von Fächern im europäischen Raum wird in der Ausstellung mit einer Fülle unterschiedlicher Exponate aus sieben Jahrhunderten nachgezeichnet. Mit dem Wandel des Rollenbildes und der Emanzipation der Frau ist der Fächer nach dem zweiten Weltkrieg fast vollständig aus der europäischen Mode verschwunden. Er führt seither ein Nischendasein als Souvenir und Werbeartikel, oder als außergewöhnliches Accessoire für Abendroben und Haute Couture-Schauen.

Korrespondierend zur Präsentation der Fächer zeigt die Ausstellung »Allerhand!« exquisite Beispiele europäischen Handschuhdesigns. Wie Fächer sind Handschuhe kein reiner Gebrauchsgegenstand. Einerseits bieten sie Schutz vor Kälte, Schmutz oder Verletzungen. Andererseits dienten Handschuhe im europäischen Raum über Jahrhunderte als wichtige Instrumente der Koketterie und Teil der Mode der eleganten Dame. Zu sehen sind wertvolle Exponate aus unterschiedlichen Epochen, darunter auch zeitgenössische Beispiele wie ein Handschuhobjekt von Meret Oppenheim, das den Gebrauchsgegenstand künstlerisch interpretiert.

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Faltfächer mit antiker Szene, Frankreich, Mitte 18. Jahrhundert
© MAK/Georg Mayer

Federfächer Wien, Ende 19. Jahrhundert
© MAK/Georg Mayer

»Allerhand!«: Fächer und Handschuhe im MAK

09. November 2011, MAK-Studiensammlung Textil
MAK, Stubenring 5,  1010 Wien

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