Protest gegen die bücherfeindlichen österreichischen Posttarife

Dem folgenden Aufruf der IG Autorinnen Autoren sollten wir uns aus Solitarität anschließen. Nicht nur BuchgestalterInnen, VerlegerInnen und BuchhändlerInnen, wie sie sich vor kurzem auf der Buch Wien 11 zu einem Symposium zusammen fanden, sondern allen kreativen Menschen liegt wohl ein »Bekenntnis zur Bedeutung des Lesen und des Buchs« am Herzen. Und es ist unverständlich, weshalb das Versenden von Büchern in Österreich teurer ist als in Deutschland.

Unterstützen kann man diesen Aufruf durch Bekanntgabe des Namens, Titels, der Tätigkeit/Funktion und des Absenderortes in einem E-Mail an Gerhard Ruiss: gr@literaturhaus.at

»Wir protestieren gegen die bücherfeindlichen österreichischen Posttarife

Nicht zum ersten Mal erweist sich die Tarifpolitik der österreichischen Post als Verhinderungsmaßnahme für den Bücherversand. Die mit der Umstellung von einem Tarif nach Gewicht auf einen Tarif nach Gewicht und Format verbundene letzte Gebührenerhöhung im Mai dieses Jahres überbietet aber noch alles bisher da gewesene. Wer zu den neuen Posttarifen Bücher innerhalb Österreichs verschickt, zahlt üblicherweise für das Porto mehr als doppelt so viel wie in Deutschland, und wer Bücher von Österreich aus nach Deutschland oder in die Schweiz schicken will, reist am besten gleich selbst über die Landesgrenze und gibt sie dort auf – eine Praxis, die aus Kostengründen inzwischen häufig üblich ist, denn nicht selten übertrifft beim Auslandsversand der Versandtarif den Preis für das Buch.

Leidtragende dieser Tarifpolitik sind nicht nur Verlage, betroffen sind alle, die ein Buch auf dem Postweg verschicken oder als Empfänger die Portokosten tragen sollen bzw. müssen. Überdies haben die neuen Posttarife dazu geführt, dass es ohne Beratung auf der Post kaum noch möglich ist, die richtige Versandart bzw. die korrekte Frankierung zu eruieren.

Ein von der IG Autorinnen Autoren Ende Mai dieses Jahres an die zuständige Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, Doris Bures, gerichtetes Schreiben mit der Bitte um eine Korrektur dieser gegen Bücher und somit gegen das Lesen gerichteten Posttarife blieb bis heute unbeantwortet. Eine Änderung der Tarife für den Buchversand ist dort offenbar weder ein Thema noch ein Anliegen.

Die Unterzeichneten fordern die umgehende Einführung eines verbilligten Versandtarifs für Bücher wie in Deutschland und ein klares Bekenntnis zur Bedeutung des Lesen und des Buchs, das zu 99,5 Prozent noch immer in gedruckter und nicht in digitaler Form kursiert.

Die komplette Liste wird der für Verkehr, Innovation und Technologie zuständigen Ministerin Doris Bures sowie dem Österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann und dem Österreichischen Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger überreicht.«

Gerhard Ruiss, und Vorstand der IG Autorinnen Autoren,
Wien, im November 2011

Die IG Autorinnen Autoren ist zu finden im www.literaturhaus.at

Die Aktion läuft noch eine Zeitlang, die Unterschriftenliste wird am Schluss in der Zeitschrift der
IG Autorinnen Autoren veröffentlicht.

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Buchversand in Österreich ist teuer!
Foto: © post.at