Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz – neue Regeln zu Stellenausschreibungen

Die 2011 in Kraft getretene Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz führte unter anderem zur Pflicht, das Gehalt bzw. den Lohn laut Kollektivvertrag in Stelleninseraten anzugeben. Mit 1. Jänner 2012 wird die Verletzung dieser Regelung nun auch geahndet.

Wer es verabsäumt, in seinem Stelleninserat die Entlohnung für die aus-
geschriebene Stelle anzugeben, muss mit einer Ermahnung, im Wiederholungsfall mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 360,– Euro rechnen.
Da auch unsere Mitglieder MitarbeiterInnen beschäftigen (und suchen), bzw. sich
als Auftragnehmende oder Stellensuchende mit dem Thema auseinander setzen müssen, hier im Folgenden ein kurzer Überblick.

Ausschreibungen von Arbeitsplätzen und Funktionen
Als Orientierung für die Bewerberinnen und Bewerber haben die Ausschreibungen nunmehr auch über das gebührende monatliche Mindestgehalt bzw. Mindestentgelt Aufschluss zu geben. Es handelt sich dabei um jene Entlohnung, die die geltende besoldungs-rechtliche Vorschrift für den konkreten Arbeitsplatz (Funktion) mindestens vorsieht. Darüber hinaus ist in der Stellenausschreibung bekannt zu geben, dass sich das angegebene Mindestgehalt bzw. Mindestentgelt eventuell auf Basis der gesetzlichen Vorschriften durch anrechenbare Vordienstzeiten sowie sonstige mit den Besonderheiten des Arbeitsplatzes verbundene Bezugs- bzw. Entlohnungs-bestandteile (Zulagen, Nebengebühren) erhöht. Die Ausschreibung hat auch den Hinweis zu enthalten, dass das Gehalt bzw. Entgelt während der Ausbildungsphase niedriger ist.

Im einfachsten Fall wird das kollektivvertragliche Mindestgehalt für den aus-
geschriebenen Arbeitsplatz angegeben. Wird im Stelleninserat Berufserfahrung gefordert, ist dies ebenfalls zu berücksichtigen. Dasselbe gilt, wenn für das Unternehmen zwar kein Kollektivvertrag, aber eine Satzung oder ein Mindest-lohntarif zur Anwendung kommt. Zu beachten ist, dass auch der Zeitraum, für den das Gehalt gebührt (z. B. Monatsgehalt) angeführt werden muss. Zahlt das Unternehmen mehr als das kollektivvertragliche Mindestgehalt, kann dies durch den Hinweis »Bereitschaft zur Überzahlung« angeführt werden. Eine Ausnahme von der Pflicht zur Gehaltsangabe besteht dann, wenn Positionen ausgeschrieben werden, für die kein Kollektivvertrag gilt (z.B. Geschäftsführer).

Das Gesetz unterscheidet nicht, ob es sich um Sammelinserate (hier sind Angaben pro ausgeschriebener Position anzugeben!) oder einzelne Positionen handelt, ob das Inserat in Form einer Raumanzeige, einer Wortanzeige oder eines Online-Inserats erscheint. Auch in anonymen Inseraten von Personalagenturen müssen Gehaltsangaben angeführt werden. Die gesetzliche Regelung gilt für die Aus-
schreibung von Arbeitsplätzen in Österreich, für die durch Gesetz, Kollektivvertrag, Mindestlohntarif, Satzungserklärung oder echte Betriebsvereinbarung ein bestimmtes Mindestgehalt gebührt.

Mehr Infos dazu: www.frauen.bka.gv.at
sowie unter:
http://reloaded.wko.at und http://portal.wko.at (für Mitglieder der WKO)

ip_bka

Stellenanzeigen (hier im »Standard«): Entsprechen sie dem neuen Gleichbehandlungsgesetz?