Nachlass von Heinz Traimer aufgearbeitet

Matthias Bechtle schreibt seine Diplomarbeit am Kunsthistorischen Institut in Wien über das schon länger verstorbene designaustria-Mitglied Heinz Traimer und sein Werk. Bechtle hat dankenswerter Weise den umfangreichen Nachlass gesichtet und uns Material zur Verfügung gestellt.

Heinz Traimer, 1921 in Bayern geboren, kam 1955 nach Öster­reich und arbeitete fortan in Wien als freischaffender Grafiker. Von 1958 an, für über ein Jahrzehnt,
war Traimer fast im Alleingang für die grafi­sche Gestaltung der Plakate der Zentral­sparkasse der Gemeinde Wien sowie der übrigen Sparkassen Österreichs verant­wortlich. Mit seinen oft sehr erzählerischen und humorigen Plakaten konnte Traimer hervorragend die Bevölkerung erreichen. Die Figur des »Sparefroh« sprach die Kinder an – und damit auch die Eltern.

Ab 1970 kam die Werbung der Sparkassen zunehmend in die Hand einer PR-Abteilung, die mit neuen Marketingkonzepten arbeitete. Traimer hatte nun
deren explizite Ideen in Form von Fotografie und Textgestaltung umzusetzen.
1976 gewann der Grafiker den Staatspreis für Werbung für eine Werbeschiene der »Z« (Zentralsparkasse).

Neben den Sparkassen war Traimer auch für kleinere Unternehmen wie Hotels,
Ver­eine oder Modehäuser, die Firmen Kapsch oder CIBA-Arzneimittel tätig.
Für die Stadt Wien entstanden Anleihen oder Plakate für Musikfestivals. 1966 entwarf der Grafiker das Bernhardiner-Logo für den ARBÖ. Für das 1976 eröffnete Donauzentrum in Wien war er für die gesamte Werbeschiene samt Logo (dz) verantwortlich.

1980 trat Traimer in den Ruhestand. Er verstarb 2002 in Grinzing. Noch heuer sollen mit Fertigstellung der Diplomarbeit etliche seiner Plakate in verschiedenen Institutionen ausgestellt werden – wir werden berichten!

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Sparefroh, 1964

Heinz Traimer, 1970, alle Bilder: © Matthias Bechtle, aus der Sammlung Traimer Wien