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Staatspreis Design 2026 verliehen

Der Staatspreis Design 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) wurde feierlich in den Kategorien »Konsumgüter«, »Investitionsgüter« und »Produktgestaltung Interior« verliehen. Ausgezeichnet wurden EOOS für »SafeTap«, ein Wasserhahn bei prekärer Wasserversorgung, »LifeTaq – Tissura«, eine Technologie zur Herstellung menschlicher Gewebemodelle, sowie »Regal Tonda«, ein Solitärmöbel von Grüne Erde. Der Sonderpreis »Spaces & Environment« ging an »Zukunft ist Gut: Eine Schule wird zur Guten Stube« für die Gestaltung eines generationenübergreifenden Raums im Bregenzerwald. Der Sonderpreis »Design Concepts« wurde viermal vergeben. Alle prämierten Projekte sind bis 21. Mai 2026 in der Ausstellung »Best of Austrian Design« im designforum Wien zu sehen.

Am Abend des 16. April wurden im MuseumsQuartier Wien die Gewinner·innenprojekte des Staatspreis Design 2026 durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) ausgezeichnet. Der alle zwei Jahre ausgeschriebene und bereits seit 2001 von designaustria durchgeführte Wettbewerb wurde in drei Kategorien vergeben; zusätzlich wurden die Sonderpreise »Spaces & Environment« sowie »Design Concepts« verliehen.

Die 51. Edition des Staatspreis Design positioniert sich einmal mehr als Gradmesser für eine Haltung, die Tradition als Grundlage für Innovation versteht. Von der Wiener Moderne bis zur Gegenwart zeigt sich ein durchgängiger Anspruch: die Verbindung von Form, Funktion und gesellschaftlicher Verantwortung. Insgesamt 176 Einreichungen von 130 Gestalter·innen wurden von einer internationalen Jury bewertet. 31 Projekte wurden in den Hauptkategorien »Konsumgüter«, »Investitionsgüter« und »Produktgestaltung Interior« bzw. in den Sonderkategorien »Spaces & Environment« sowie »Design Concepts« ausgezeichnet. In der Kategorie »Konsumgüter« wurde der Wasserhahn »SafeTap« von EOOS ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie »Investitionsgüter« erhielt Johannes Geisler für »LifeTaq – Tissura«, ein Laborgerät, das zur Reduktion von Tierversuchen beiträgt. In der Kategorie »Produktgestaltung Interior« überzeugte »Regal Tonda« von Johannes Scherr für Grüne Erde. Der Sonderpreis »Spaces & Environment« ging an »Zukunft ist gut: Eine Schule wird zur Guten Stube«, ein Low-Budget-Projekt zur Gestaltung eines generationenübergreifenden Raums im Bregenzerwald. In der Sonderkategorie »Design Concepts« wurden Katja Posch, David Soche, Franziska Kerber und Dominik Scherrer mit dotierten Preisen ausgezeichnet.

Die Preisträger·innen im Detail

Staatspreis Design »Konsumgüter«
»SafeTap« | Wasserhahn
Design und Beauftragung: EOOS
Herstellung: EOOS NEXT
www.eoos.com/
Fotolink 
Jurybegründung: »SafeTap ist ein herausragendes Beispiel für Social Design im Bereich der Konsumgüter, das mit minimalen Mitteln maximale globale Wirkung entfaltet. Als radikal einfaches Tool adressiert er eine der drängendsten Herausforderungen in wasserarmen Regionen. Besonders der Dosiermechanismus überzeugt: Ein intuitiver Handgriff schont die kostbare Ressource und ermöglicht dennoch gründliche Hygiene. Durch die universelle Kompatibilität verbindet der Entwurf ökologische Konsequenz mit sozialer Verantwortung.«
 
Staatspreis Design »Investitionsgüter«
»LifeTaq – Tissura« | Technologie zur Herstellung von menschlichen Gewebemodellen  
Design: Johannes Geisler
Projektbeteiligung: Patrick Diem, Manfred Taschner
Beauftragung: LifeTaq-Analytics GmbH
Herstellung: LifeTaq-Analytics GmbH, Aspekt Development GmbH (Vorserie Konstruktion)
johannesgeisler.com/
Fotolink
Jurybegründung: »Tissura übersetzt komplexe Biotechnologie in ein exzellentes industrielles Gesamtsystem. Die Jury würdigt die formale Kohärenz, die wissenschaftliche Innovation nicht nur umhüllt, sondern als funktionale Struktur erst anwendbar macht. Ein herausragendes Beispiel für Design, das den Weg für ethische Forschung und globalen Impact ebnet.«

 Staatspreis Design »Produktgestaltung Interior« 
»Regal Tonda«  | Solitärmöbel
Design: Johannes Scherr
Beauftragung und Herstellung: Grüne Erde GmbH
www.johannes-scherr.com
www.grueneerde.com
Fotolink
Jurybegründung: »Das Regalsystem folgt einer konsequenten Ein-Material-Strategie, welche die ästhetische Ruhe des Objekts betont. Besonders beeindruckend ist die innovative Stecklogik: Dass ein hochstabiles Möbel ohne jegliche Beschläge funktioniert, macht den Aufbau zu einem intuitiven Erlebnis. Das naturbelassene Holz schafft zudem eine multisensorische Qualität, die man riechen und fühlen kann.«

Sonderpreis »Spaces & Environment«
»Zukunft ist Gut: Eine Schule wird zur Guten Stube« | Gestaltung eines generationenübergreifenden Raums
Design: Simone Angerer, Nina Beck, Anna Hopfner
Projektbeteiligung: Sarah Greber, Agnes Hollenstein, Katharina Kleiter, Stefanie Weis 
Beauftragung: OJB – Offene Jugendarbeit Bregenzerwald
Herstellung: Handwerker:innen und das Team der OJB
www.ojb.at
Fotolink
Jurybegründung: »Mit diesem Projekt wird eine Low-Budget-Konversion gewürdigt, der mit minimalen Mitteln eine vollständige atmosphärische Metamorphose gelingt. Statt klischeehafter Jugendästhetik setzt die Gestaltung auf eine unaufgeregte Qualität, die Räume öffnet. Herausragend ist der kollaborative Prozess, durch den ein Ort hoher Resonanz entstand, der soziale Teilhabe beispielhaft vorlebt.«

Sonderpreise »Design Concepts« 
»Pape – paper electronics« | Materialinnovation zur Vermeidung von Elektroschrott
Design: Franziska Kerber
Ausbildungsstätte: FH Joanneum
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Jurybegründung: »Pape begegnet der Krise des Elektroschrotts mit einer kreislauffähigen Produktarchitektur. Die Jury würdigt den ganzheitlichen Ansatz, bei dem sich das System am Ende seines Lebenszyklus nahezu autonom in seine Ressourcen trennt. Indem Nutzer·innen aktiv in den Aufbau einbezogen werden, wird Materialität begreifbar. Ein visionärer Beitrag zum Circular Design.«

»MALU« | Das energieschonende Kühlsystem für urbane Wohnräume
Design: Katja Posch
Ausbildungsstätte: FH Joanneum
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Jurybegründung: »Mit MALU wird das Problem der Überhitzung von Innenräumen durch eine beeindruckend schlichte Lösung adressiert. Die Jury beeindruckte die Rückbesinnung auf die Verdunstungskühlung – eine antike Technik, die hier in eine zeitgenössische, ästhetische Form übersetzt wurde. Das Objekt bietet einen funktionalen Impact auf die Architektur, verpackt in hohe skulpturale Qualität.«

»Closed Loop Footwear« | Modulares Schuhkonzept für die Kreislaufwirtschaft
Design: Dominik Scherrer
Ausbildungsstätte: FH Joanneum
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Jurybegründung: »Dieser Schuh definiert Langlebigkeit durch Modularität neu. Besonders hervorgehoben wurde die handwerklich präzise Ausführung: Die markante Seilführung dient nicht nur der Struktur, sondern erzeugt eine eigenständige, haptisch spannende Ästhetik. Damit gelingt die Verbindung von praktischer Nachhaltigkeit mit einem modernen Look für eine designbewusste Zielgruppe.«

»CropKit« | Smarter Mikrotraktor für kleinbäuerliche Landwirtschaft
Design: David Soche
Ausbildungsstätte: Technische Universität Delft
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Jurybegründung: »Eine visionäre Lösung für die Landwirtschaft. Die Jury beeindruckte die intelligente Kombination aus kompakter Bauweise und einem hochflexiblen Zubehörsystem, das eine individuelle Anpassung ermöglicht. Durch die Verbindung von menschlicher Arbeitskraft und smarter Automatisierung fördert der Entwurf die Autonomie der Landwirt·innen und stärkt gleichzeitig die ökologische Verantwortung.«

Ausstellung »Best of Austrian Design« 
17.04.–21.05.2026
designforum Wien, MQ Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien
DI–FR, 10–18 Uhr | SA, 14–18 Uhr
Tickets: € 5,– / ermäßigt € 3,–
www.designforum.at/wien

08.06.-27.08.2026
designforum Vorarlberg

22.09.-23.10.2026
wei sraum | designforum Tirol

Zum Staatspreis Design
Der Staatspreis Design wird im Zweijahresrhythmus vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus ausgelobt und findet dieses Jahr zum 51. Mal statt. Die Organisation des Wettbewerbs, der Ausstellung und des Katalogs liegt seit 2001 bei designaustria, Wissenszentrum und Interessenvertretung für Design in Österreich. Die Mitglieder der Jury 2026 waren Weiwei He (CN), Nina Mair (AT), Nina Mihovec (SLO), Patrick Lüth (AT/NO) und Dick Spierenburg (NL).
http://www.staatspreis-design.at