Lindinger Design Award
Donnerstag 21.5.2026 18:00–21:00
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designforum Wien MQ
Museumsplatz 1
1070 Wien
Lindinger Design Award
designaustria ehrt sein langjähriges Mitglied und Ehrenmitglied Herbert Lindinger mit der Schaffung eines Preises zur Förderung junger begabter Designschaffender und relevanter Designbeträge, dem Lindinger Design Award.Die Auszeichnung würdigt sein Lebenswerk, das in vielen Ländern Spuren hinterlassen hat – mit Schwerpunkt auf umweltschonendem Industrial Design, Grafikdesign für den öffentlichen Raum sowie der Gestaltung von Mobilität und öffentlichem Verkehr.
Der Preis wird erstmals am 21. Mai verliehen und richtet sich an engagierte Designschaffende und hochtalentierten Nachwuchs und zeichnet wegweisende Beiträge aus Praxis, Lehre, Forschung und ehrenamtlicher Tätigkeit aus. Zugleich setzt designaustria damit ein Zeichen für eine stärkere Kultur des Gemeinwohls im Design.
Ermöglicht wird der Award durch die großzügige Unterstützung der Stifter Herbert und Sylvia Lindinger.
In feierlichem Rahmen werden Katja Posch, Franziska Kerber, Dominik Scherrer und David Soche ausgezeichnet, die mit ihren Designkonzepten ein hohes Marktpotenzial aufweisen und gesellschaftlich relevante Themen ansprechen. Wir freuen uns darauf, tiefere Einblicke in diese Arbeiten zu gewinnen und gemeinsam mit dem Stifter progressives Design zu würdigen.
Zur Anmeldung für die Ehrung und den Award gehts hier.

HERBERT LINDINGER | Zur Person
Prof. Herbert Lindinger (geboren 1933 in Österreich) gründete 1962 das Designbüro Lindinger Design. Seit 1971 hat es seinen Sitz in Hannover. Seit vielen Jahrzehnten prägen seine Entwürfe die U-Bahnen und Straßenbahnen in Stuttgart, Hannover, Hamburg, Frankfurt und Berlin. Herbert ist auch für die Gesamtgestaltung der Stadtplätze in Darmstadt und Heidelberg verantwortlich. Zu seinen Entwürfen gehören HiFi-Anlagen für Braun, Hubschrauber für MBB, Bushaltestellen sowie Grafiken und Corporate Design für Unternehmen wie Olivetti, Heitkamp, Sartorius und Montblanc.
Herbert studierte Grafik- und Ausstellungsdesign in Linz, bevor er an der Hochschule für Gestaltung in Ulm sein Diplom in Produktdesign erhielt. Bis 1961 arbeitete er an der Seite von Hans Gugelot und Otl Aicher und war anschließend von 1962 bis 1968 Professor in Ulm.
Seit vielen Jahren ist er Professor und Direktor am Institut für Industrial Design an der Leibniz Universität Hannover. Neben seinen weiteren Tätigkeiten, u.a. als Präsident des Verbandes Deutscher Industrie Designer, als Vorstandsmitglied des Rates für Formgebung und als Vorstandsmitglied des iF Industrie Forum Design e.V., entwickelte Herbert 1975 die Bewertungskriterien für den iF product design award, die dann über viele Jahre von den Jurys angewendet wurden. Herbert ist Ehrenmitglied von iF und anderen Designverbänden.
Sein Entwurf für die Stuttgarter Stadtbahn wurde im Dezember 2017 mit einer Briefmarke in der Reihe „Design aus Deutschland“ gewürdigt.
Zu den Projekten:
PAPE – paper electronics | Franziska Kerber
PAPE begegnet der Problematik von Elektroschrott mit einem radikal vereinfachten Elektroniksystem aus gepressten Papierfasern. Die Gehäuse von WLAN-Routern oder Rauchmeldern sind strukturell stabil, lösen sich jedoch am Ende ihrer Lebensdauer in Wasser auf. Dies ermöglicht die mühelose Trennung und Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Gold und Kupfer von den Leiterplatten. Das zirkuläre Konzept bezieht Nutzer·innen aktiv in die Montage und Rückführung ein. PAPE beweist, dass Design durch Materialinnovation und klare Formensprache ökologisch nachhaltige Perspektiven für die Konsumgüterindustrie eröffnen kann.

MALU | Katja Posch
MALU ist ein energieschonendes Konzept zur urbanen Hitzeminderung, das auf dem physikalischen Prinzip der Verdunstungskühlung basiert. Als zugänglicher Gegenentwurf zu stromintensiven Klimageräten nutzt das System poröse Keramikgefäße, die an historische Maziara-Amphoren erinnern. Die reduzierte, wohnliche Formensprache integriert sich wie ein vertrautes Objekt in Innenräume und sorgt für ein verbessertes Raumklima. MALU zeigt, dass effektive Kühlung auch durch niederkomplexe, ressourcenschonende Systeme möglich ist, und setzt damit einen wichtigen Akzent für nachhaltiges Wohnen unter den Bedingungen des Klimawandels.

CropKit | David Soche
CropKit ist ein modulares Werkzeugsystem, das kleinbäuerliche Betriebe durch moderne Technologie stärkt. Herzstück ist ein elektrischer Mikrotraktor, der durch KI-Module und Sensorik für Aufgaben wie autonomes Jäten oder Ernteprognosen erweitert werden kann. Das leistbare System wurde mit Expert·innen entwickelt, um die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Höfe gegenüber der Großindustrie zu sichern. Durch den schrittweisen Einstieg in die Automatisierung bietet CropKit eine ökologische und wirtschaftliche Perspektive, die aktiv dem Bauernsterben entgegenwirkt und resiliente, bodenschonende Landwirtschaft nachhaltig fördert.

Closed Loop Footwear | Dominik Scherrer
Closed Loop Footwear ist ein modulares Schuhkonzept für die Kreislaufwirtschaft, das auf Klebstoffe verzichtet und vollständig zerlegbar ist. Durch 3D-Druck und Laserbearbeitung ermöglicht es eine dezentrale Fertigung in kleinen Manufakturen, was Überproduktion vermeidet. Innovative Materialien wie Hanfleder und recycelbares TPU erlauben eine sortenreine Rückführung in biologische oder technische Kreisläufe. Austauschbare Komponenten verlängern die Lebensdauer, während die DIY-Montage die Bindung zum Produkt stärkt. Das Projekt zeigt einen skalierbaren Weg zu einer nachhaltigen und reparaturfreundlichen Schuhindustrie auf.

